Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Wickrath

1970-2005

von Peter Schopphoven

 

In den letzten Jahren seiner Amtszeit als Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Wickrath knüpfte Hans Bähren erste Kontakte mit der Freiwilligen Feuerwehr von Klein Bennebek in Schleswig-Holstein. Seitdem verbindet beide Wehren eine enge Freundschaft, die durch regelmäßige Besuche und Gegenbesuche vertieft wird. Im Jahr 2005 feiert die Wehr aus Klein Bennebek übrigens ihr 75 jähriges Bestehen. Zusammen blicken beide Wehren also auf 200 Jahre Dienst am Nächsten zurück.

Im Jahr 1973 übergab Hans Bähren die Führung der Freiwilligen Feuerwehr Wickrath an Friedel Hotopp, der als Nachfolger von Hans Bähren ein schweres Amt antrat. Durch persönliches Engagement und großes Fachwissen gelang es ihm jedoch, die Wehr auf dem von Hans Bähren vorgegebenen Kurs zu halten

In die Amtszeit von Friedel Hotopp fällt mit dem Jahr 1975 allerdings auch die Zeit der kommunalen Neugliederung, durch die Mönchengladbach, Rheydt und Wickrath zu einer Großstadt mit einer Berufsfeuerwehr und 19 Freiwilligen Feuerwehren umstrukturiert wurden. Zum ersten Leiter der gesamten Feuerwehr der Stadt Mönchengladbach wurde der bis dahin als Leiter der Berufsfeuerwehr Mönchengladbach tätige Branddirektor Karl-Hermann Fretlöh bestellt.

 

Die folgenden Jahren stellten für die Freiwillige Feuerwehr Wickrath eine schwere Zeit dar. War man noch bis Ende 1974 im gesamten Kreis Grevenbroich hoch angesehen, so war man nun eine Einheit unter vielen. Nicht nur, dass man nicht mehr im gesamten Bezirk Wickrath oder darüber hinaus zu Hilfe gerufen wurde, sondern viel Verdruss gab es besonders dann, wenn die Berufsfeuerwehr wieder einmal einen Einsatz in Wickrath alleine erledigte.

Zahlreiche Feuerwehrmänner verließen in diesen Jahren die Wehr.

Im Laufe der Jahre hat sich das Verhältnis zur Berufsfeuerwehr jedoch stetig verbessert und ist heute geprägt von gegenseitigem Respekt und dem Bewusstsein, dass man sich aufeinander verlassen kann.

Unter der Leitung von Friedel Hotopp wurde die Wehr u. a. beim Brand in der Leistenfabrik Deussen auf der Ewigkeit (22. Dezember 1973) und beim Großbrand im Grenzwald zwischen Brüggen und Swalmen (22.-27. August 1976) eingesetzt.

Im Jahr 1978 (Dezember 1978) musste Friedel Hotopp sein Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgeben.

Sein Nachfolger wurde Leo Eickels.

Unter der Führung von Leo Eickels wurde auf Anregung des damaligen Leiters der Berufsfeuerwehr, Dipl.-ing. Alfred Schmölders, in Wickrath wieder eine Jugendfeuerwehr gegründet. Zum ersten Jugendwart wurde der Brandmeister Alois Beek bestellt. Die Gründung der Jugendfeuerwehr erwies sich seitdem als eine hervorragende Idee, denn seit dieser Zeit hat die Freiwillige Feuerwehr Wickrath im Gegensatz zu vielen anderen Feuerwehren, die keine Jugendarbeit leisten, keine Nachwuchssorgen.

Im Jubiläumsjahr haben mehr als die Hälfte der aktiven Feuerwehrleute und nahezu alle Führungskräfte bereits Dienst in der Jugendfeuerwehr geleistet.

In die Amtszeit von Leo Eickels fällt auch der Beginn der Freundschaft mit der Brandweer aus Meijel in den Niederlanden. Auf Vermittlung des in Wickrath wohl bekannten Paul Lemmen entstand Anfang der 80er Jahre eine Freundschaft zwischen den beiden Wehren, die durch regelmäßige Besuche und Gegenbesuche gepflegt wurde. An die bei diesen Anlässen gefeierten Kameradschaftsabende denkt so mancher gerne zurück. Noch heute bestehen persönliche Freundschaften vor allem zwischen älteren Kameraden wie Jan Sanders und Hubert Gerhards oder Henk Martens und Leo Eickels.

Während der Amtszeit von Leo Eickels wurde die Wickrather Wehr u. a. bei Großbränden auf der Beckrather Straße (1. Mai 1982, Fa Kreuz), auf der Halbinsel (11. November 1982, Gaststätte Halbinsel), in der Wickrather Lederfabrik (18. Februar 1984), auf der Erzbergerstraße in Mönchengladbach (20. Januar 1985, Fa Deko-Christ), auf dem Bauernhof von Peter Souren (27. Januar 1987), auf dem Saarhof (1. Mai 1987) und auf dem Neukircher Weg (25. August 1987, Schreinerei Ohler) eingesetzt.

Mit der Vollendung des 60. Lebensjahres übergab Leo Eickels im Jahr 1988 die Leitung der Wehr an Alois Beek.

Unter der Führung von alois Beek wuchs die Wehr auch durch die Übernahme der ersten Jugendfeuerwehrleute in den aktiven Dienst stetig an.

Im Laufe der Jahre hatte sich die Wehr auch bei der Berufsfeuerwehr einen guten Namen gemacht. Dies führte dazu, dass die Einheit Wickrath dazu bestimmt wurde, bei größeren Einsätzen nach der Einheit Rheindahlen die Feuerwache 2 in Holt zu besetzen, und inzwischen auch bei größeren Einsätzen im gesamten Stadtgebiet zu Hilfe gerufen wird.

Im Jahr 1990 wurde Alois Beek als Nachfolger von Hauptbrandmeister Josef Spanier zum Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr, also zu deren Interessenvertreter gegenüber dem Leiter der Feuerwehr, gewählt.

Unter der Leitung von Alois Beek wurde die Wehr u. a. bei Großbränden auf der Konstantinstraße in Giesenkirchen (17. November 1988, Fa Pferdmenges & Scharmann), auf dem Fleener Weg in Lürrip (2. September 1991, Fa CFF), in Mennrath (7. September 1991, Fa Heinen), auf der Rheindahlener Straße (17. April 1992, Fa Lühl), auf dem Saarhof (23. Juli 1994) und auf dem Dahler Kirchweg in Dahl (25. November 1994, Fa Solf) eingesetzt.

Neben seinen vielfältigen Aufgaben als Einheitsführer und Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr wurde Alois Beek Anfang der 90er Jahre auch in die Planungen eines neuen Standorts für das Feuerwehrhaus eingebunden.

Ende 1994 wurde dann mit den Bauarbeiten für ein neues Domizil der Feuerwehr an der Beckrather Straße begonnen.

Im Jahr 1995 legte Alois Beek aus beruflichen Gründen sein Amt nieder und schied aus der Wehr aus.

Seitdem leitet Peter Schopphoven die Einheit.

Er war bereits seit Ende 1994 vor allem mit der Unterstützung von Thorsten Coenen, Herbert Gerhards, Klaus Hofer und Johann Jaschinski mit den Bauarbeiten am neuen Feuerwehrhaus beschäftigt. In vielen Arbeitsstunden wurde zunächst das Grundstück gerodet, danach wurde die Fundamente verschalt und betoniert und anschließend die Bodenplatte erstellt. Nachdem durch eine Spezialfirma die tragende Metallkonstruktion aufgestellt worden war, begann man mit dem Innenausbau. Insgesamt wurde der Stadt Mönchengladbach und dem Steuerzahler durch dieses ehrenamtliche Engagement ein sechsstelliger DM-Betrag erspart.

Kurz vor Weihnachten des Jahres 1995 konnte das neue Feuerwehrhaus bezogen werden. Die offizielle Übergabe erfolgte im Frühjahr 1996. Pünktlich zur Übergabe traf als Ersatz für das bis dahin lange Jahre eingesetzte Löschgruppenfahrzeug LF 16 auch ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 16 / 12 ein.

Unter der Leitung von Peter Schopphoven wurde die Wehr u. a. bei Großbränden auf der Trompeterallee (14.11.2000, Fa Dr. Hahn), in Genhausen (7. Juni 2001, Bauernhof), auf dem Saarhof (22. Juni 2001), auf der Fliethstraße in Mönchengladbach (23. Juli 2001, Zentralbad), auf der Schroffstraße in Geistenbeck (3. Januar 2003, Bauernhof), in Mennrath (30. Mai 2003, Fa Heinen), auf der Odenkirchener Straße 303 (27. Oktober 2003, Möbelhaus Welters), auf dem Saarhof (4. Februar 2004) und auf der Karlstraße in Odenkirchen (25.-27. November 2004) eingesetzt.

Im Jubiläumsjahr besteht die Freiwillige Feuerwehr Wickrath aus 34 Aktiven. Zum Fuhrpark gehören ein Löschgruppenfahrzeug LF 16 / 12, ein Löschgruppenfahrzeug LF 16 TS und ein Rüstwagen RW 1.

FF Wickrath im Schloss

Nach dem im Jahr 2002 aufgestellten Brandschutzbedarfsplan ist für den Bezirk Wickrath auf Grund der Entfernung zu den Feuerwachen 2 (Pfingsgraben) und 3 (Stockholtweg) die Anschaffung einer Drehleiter geplant. Als Stellplatz wurde das Feuerwehrhaus der Einheit Wickrath vorgesehen. Die Übernahme der Drehleiter ist für die Freiwillige Feuerwehr Wickrath eine Anerkennung für die bisherige Arbeit aber auch die Verpflichtung, den Einsatz dieses empfindlichen Rettungsgeräts durch stete Übung zu gewährleisten.

Für die Zukunft ist damit bezüglich der Unterbringung und Motorisierung der Einheit Sorge getragen. Auch die Ausrüstung entspricht modernen Standards und wird im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Stadt Mönchengladbach stetig verbessert. Die personelle Situation der Einheit ist gut und im Hinblick auf den Nachwuchs aus der Jugendfeuerwehr gesichert. Dennoch sind auch Interessenten ohne Vorkenntnisse gern willkommen.

   
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